Konzertreise ins bayrische Inntal nach Niederaudorf

 

Ein Prosit der Gemütlichkeit!

Ein Prosit der Gemütlichkeit!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Dies gilt auch für die Konzertreise unseres Blasorchester nach Niederaudorf im bayrischen Inntal, unmittelbar an der Grenze zu Österreich (Kufstein) gelegen. Der Ort wurde 2010 als eines der schönsten Dörfer Deutschlands ausgezeichnet und erfreut sich einer Musikkapelle mit über 50 aktiven Musikern. Unser früherer 1. Vorsitzender Helmut Zopes ist befreundet mit dem Dirigenten der Niederaudorfer, Jürgen Gieck, den es vor wenigen Jahren aus dem Rhein-Erft-Kreis nach Bayern verschlagen hat. So kam es, das die Kapelle aus dem idyllischen Inntal im vorigen Jahr auf unserem Musikfest spielte und dabei jede Menge Spaß hatte.In diesem Jahr, zum 80-jährigen Bestehen der Musikkapelle Niederaudorf, fuhr nun unser Blasorchester zum Gegenbesuch nach Bayern. Nach neunstündiger Busfahrt, Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Martin Schweinsteiger, einem Vetter des Nationalspielers Bastian Schweinsteiger, und Quartierverteilung waren wir zum Abendessen im Gasthof-Hotel Keindl zu schmackhaftem Schweinsbraten mit Semmelknödel eingeladen. Das fing ja schon richtig zünftig an.

Standkonzert im Musikpavillon

Standkonzert im Musikpavillon

Danach spielte unser Blasorchester im Musikpavillon von Niederaudorf zum “Standkonzert” auf. Allerdings durften wir hierbei sitzen und sorgten mit stimmungsvollen Klängen trotz ziemlich kühlen Temperaturen für gute Laune. Zur Freude von Gästen aus dem Rheinland durften auch kölsche Töne nicht fehlen. Die gute Stimmung, die unser bestens aufgelegtes Blasorchester unter Gerd Außem verbreitete, hatte Folgen. Es war vorgesehen, das wir auf dem Reisacher Klosterfest am Samstagabend von 18.30 – 20.30 Uhr spielen sollten und anschließend unsere Gastgeber. Diese fanden allerdings, das wir viel mehr Stimmung als sie selber machen würden. Daher baten sie uns, zu tauschen und wir nicht vor, sondern nach den Niederaudorfern spielen und mit unserer Musik für gute Stimmung auf dem Klosterfest sorgen sollten.

Nach unserem Standkonzert ging es im Gasthof Keindl mit Stubenmusik weiter. Eine kleine Besetzung (2 Flügelhörner, Posaune, Akkordeon, Tuba) spielte zu unserer, aber auch zu ihrer eigenen Freude sehr schön auf und so feierten wir mit unseren Musikfreunden aus Niederaudorf gemütlich weiter.

Am Samstag, nach einer etwas kurzen Nacht, stand eine mehrstündige Busrundfahrt rund um das landschaftlich grandiose Kaisergebirge im benachbarten Österreich auf dem Programm. Mit Markus Hartmann, Tubist in der Musikkapelle Niederaudorf, einem ehemaligen Skilehrer und Bergwanderführer, hatten wir einen kundigen, lustigen und sprachgewandten Reiseführer. Zwischen­stopps gab es in Kufstein und auf der Griesner Alm. Der Alpengasthof (mit guter Küche) liegt 1024 m hoch mitten im Wander- und Naturschutzgebiet Wilder Kaiser, ganz in der Nähe der bekannten Tourismusorte St. Johann in Tirol, Kitzbühel oder Reit im Winkl. Einige unerschrockene “Flachlandtiroler” aus Fischenich hatten sich 200 Höhenmeter vor der Alm absetzen lassen und wanderten zu Fuß in einer guten Stunde bergaufwärts bis zur Griesner Alm.

Zurück in Niederaudorf ging es dann am frühen Abend zu Fuß zum nahe gelegenen Karmeliterkloster Reisach. Die Ortsvereine aus Niederaudorf hatten zum “Klosterfest” eingeladen und über 1.500 Gäste, die meisten in Dirndl oder Lederhose, sorgten im großen Innenhof der Anlage zur Freude der Gastgeber für einen sehr guten Besuch. Auch das Wetter spielte mit. Zunächst spielten die Niederaudorfer überwiegend Märsche und Polkas. Danach sorgte unser Blasorchester mit seinem sehr abwechslungsreichen Repertoire für Stimmung und gute Laune. Zwischendurch sorgten die “Groaßlschnalzer” und der Trachtenverein “D’ Brünnstoana” mit Schuhplattnern und Trachtentänzen für Abwechslung. Das Bier, serviert in Liter-Krügen, floss in Strömen und an der Brathendl-Station gab es lange Schlangen. Unermüdlich spielten wir zur großen Freude der zahlreichen Besucher, aber vor allem auch der vielen Musikern unter den Zuhörern, zünftig auf. Das war Oktoberfeststimmung pur.

Am Sonntag, dem “Tag der Blasmusik”, spielten anläßlich des 80-jährigen Gründungs­jubiläum der Musikkapelle Niederaudorf außer unserem Blasorchester auch Kapellen aus Kiefersfelden, Mühlbach, Oberaudorf und Bayrischzell. Der Tag begann mit der Festmesse im Garten des Klosters Reisach, gefeiert in Konzelebration von den Karmelitenpatres Bruno, Joachim und Slawek. Die Musiker aus allen Kapellen, insgesamt rund 200 Musiker, spielten gemeinsam die komplette “Haydn-Messe”. Danach erklangen zunächst der Bayernmarsch “Weißblau im Wind” und zum Abschluss die “Bayernhymne”.

Mit einem Einmarsch und den Klosterhof und einem Standkonzert aller beteiligten Musik­kapellen ging der “Tag der Blasmusik” gesellig und feuchtfröhlich weiter. Doch für uns wurde es Zeit, Abschied zu nehmen. Michael Mehl, unser 1. Vorsitzender, dankte den Gastgebern für ihre tolle Gastfreundschaft und überreichte Erinnerungsgeschenke. Der 1. Vorsitzende Martin Schweinsteiger erhielt ein großes Bild: den Kölner Dom aus Noten gezeichnet. Für Markus Hartmann gab es verdientermaßen einen Orden und für die Damen der Musikkapelle eine Urkunde. Beim Gastspiel der Niederaudorfer im vorigen Jahr auf unserem Musikfest hatten mehrere Damen nämlich in der Nacht das Lehrschwimmbecken entdeckt und schwammen dort einige Runden – mangels Badebekleidung ohne diese. Deshalb gab es jetzt zur großen Gaudi aller eine schöne Urkunde, mit der die Damen des Musikvereins für besondere sportliche Leistungen in der Disziplin “Nächtliches Schwimmen in einem ruhenden Gewässer o.B:*” mit dem “Goldenen Leistungsabzeichen” ausgezeichnet wurden. Das “o.B.” steht in der Urkunde für “ohne Badeanzug”. Da kam viel Freude auf!

Nach dem durch einen Feiertag und einen Brückentag verlängerten Wochenende verlief die Busheimreise am Sonntagnachmittag erwartungsgemäß strapaziös. Nach vielen Staus und einem wegen Überschreitung der Fahrzeit notwendigen Fahrerwechsel trafen wir nach 12-stündiger Heimreise am frühen Montagmorgen gegen 02.15 Uhr wieder in Fischenich ein.

Trotzdem ist unser Fazit überaus positiv. Die Bayern sind unkompliziert und fröhlich, dazu gute Gastgeber und tolle Musiker. Wir haben uns dort rundherum sehr wohl gefühlt. Die Landschaft ist sehr schön und auch die Chemie zwischen den Musikern unserer beiden Vereine stimmt. Es wäre daher schön, wenn wir uns wiedersehen würden.

 

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