De Haupsach es et Häz es joot: Morgens kölsche Messe, nachmittags Nubbel

Pfarrer Reinhold Steinröder hielt eine gute Predigt

Toni Steingass (1921 – 1987) schrieb 1952 den Karnevalswalzer “De Haupsach es et Häz es joot”, das Motto der diesjährigen “Kölschen Messe mit Liedern und Texten in rheinischer Mundart und op Feschenicher Platt” in der kath. Pfarrkirche St. Martinus zu Hürth-Fischenich. Das Gotteshaus war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, hat es sich doch im Laufe der Jahre über die Grenzen von Fischenich hinaus herum gesprochen, dass der Kirchenchor, Leitung Monika Seidel-Wolpers, Organist Hans Wolpers, und das Blasorchester der KG Blau-Weiß Fischenich, Leitung Gerd Außem, Garanten für eine ganz wunderbare und berührende kölsche Messe sind. Hinzu kam in diesem Jahr Reinhold Steinröder, unser früherer Pfarrer als Zelebrant, welcher die rheinische Sprache beherrscht und nicht nur die meisten Gebete, sondern auch seine tolle Predigt auf kölsch sprach.

Josef Außem hatte den Gottesdienst wieder perfekt vorbereitet und Texte und Lieder auf “Feschenicher Platt” übersetzt. Zum Einzug spielte das Blasorchester zu Ehren des Pastors und des Dreigestirns den “Laridah-Marsch”, der Chor sang u.a. “Herrjott, do ovve”, “Sed net su lahm”, “O Hät, setz däm Övverfluss Jrenze”, “Dankt Jott osem Här” und “Jebett”. Zur Gabenbereitung spielte das Blasorchester die schöne kölsche Ballade “Stääne vun Kölle”, außerdem Kirchenlieder mit rheinischen Texten und zur Kommunion “Eimol Prinz zo sin”.

Dreigestirn

Prinz Olli. II. (Oliver Schmitz), Bauer Sascha (Sascha Meerkamp) und Jungfrau Anni (Andreas Rode) ehrten Pfarrer Reinhold Steinröder, Pastoralreferent Wigbert Spinrath, die Küsterin Susan White und das Ehepaar Wolpers mit dem Orden des Dreigestirns. Begleitet wurde dies durch Tuschs und Einwürfe des gewohnt schlagfertigen Blasorchesters. Zum Auszug erklang der Marsch “Der treue Husar”.

Ein auswärtiger Messbesucher, der eher zufällig in diese kölsche Messe geraten war, schwärmte hinterher: “Das gibt es nur in Fischenich. Eine solche wunderbare heitere und dennoch fromme Stimmung – einmalig!”

Der Sonntag endete, wie er begann: mit Karnevalsklängen. Morgens die kölsche Messe, und am späten Nachmittag unterstützte das Blasorchester unser Dreigestirn beim Aufhängen des Nubbels am Giebel der Hofburg der Tollitäten, der Gaststätte “Zur letzten Träne”. Mit einem Fackelzug begleiteten über Hundert Jecke, Senatoren und Musiker den Nubbel, mit einem altes Hemd des Prinzen und einer Jeans des Bauern  bekleidet, zur Hofburg. Die mannsgroße Strohpuppe als Sündenbock im rheinischen Karneval bleibt dort über dem Eingang der Gaststätte bis Karnevalsdienstag hängen und wird dann gegen 21.30 Uhr verbrannt. Diesen alten Brauch hat erst das Damendreigestirn vor zwei Jahren in Fischenich wieder aufleben lassen.

 

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