{"id":2430,"date":"2012-04-06T23:39:20","date_gmt":"2012-04-06T21:39:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blau-weiss-fischenich.de\/?page_id=2430"},"modified":"2018-08-10T09:50:52","modified_gmt":"2018-08-10T07:50:52","slug":"das-vereinswappen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.blau-weiss-fischenich.de\/?page_id=2430","title":{"rendered":"Ritter Kuno und das Wappen von Fischenich"},"content":{"rendered":"<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">Das lustige Vereinsmaskottchen der KG Blau-Wei\u00df Fischenich von 1957 e.V. hei\u00dft nicht von ungef\u00e4hr \u201eRitter Kuno\u201c. Einen Ritter \u201eKuno von Vyskenich\u201c gab es in H\u00fcrth-Fischenich tats\u00e4chlich. Er wurde 1302 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt und starb 1343. Ritter Kuno geh\u00f6rte einer niederrheinischen Adelsfamilie an, die im Mittelalter zu den gro\u00dfen Rittergeschlechtern in unserer Heimat z\u00e4hlte. <\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">1158 wird das Bauerndorf Fischenich, das schon f\u00fcr die r\u00f6mische Zeit als Siedlungsplatz belegt ist, erstmals urkundlich genannt. Vermutlich war der 1166 in einer anderen Urkunde erw\u00e4hnte Conradus de Vyskenich der erste bekannte Besitzer der Fischenicher Burg.<\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">Nachweislich seit 1256 bis zum 14. Jh. war auch der Blankartshof in Ahrweiler, ein bedeutender Adelshof und Lehen der Reichsabtei Pr\u00fcm, im Besitz der Familie derer von Vischenich. Der Hof, der dann sp\u00e4ter im 14. Jh. auf die erstmals 1176 erw\u00e4hnte Familie Blankart \u00fcberging, wurde deshalb auch \u201eFischenicher Hof\u201c genannt. Als einziger von ehemals sieben Adelsh\u00f6fen erhalten, ist dort heute das Stadtarchiv und die Touristeninformation von Ahrweiler untergebracht.<\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">1263 vermittelte Winrich von Vischenich in einem Streit zwischen dem K\u00f6lner Erzbischof Engelbert und der Stadt K\u00f6ln. Der bedeutendste Repr\u00e4sentant dieses Geschlechtes war Ritter Kuno von Vischenich. Kuno machte 1309 die Burg in Fischenich zum Lehen und Offenhaus (Milit\u00e4rbasis) des Erzbischofs von K\u00f6ln. Damit waren die Besitzer der Burg auch zur Teilnahme am Kurk\u00f6lnischen Landtag qualifiziert. <\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">Die Burg Fischenich entstand vermutlich bereits im 10. oder 11. Jh. als Motte oder Rundlingsanlage mit Wehrturm und Holzpalisaden. Sie wurde dann im 13. Jh. als wehrhafter Rundling aus dem Gussmauerwerk der r\u00f6mischen Wasserleitung und mit vier T\u00fcrmen aus Backstein sowie einer gro\u00dfen Vorburg ausgebaut. Dazu geh\u00f6rten 250 Morgen Land und mehrere Lehensg\u00fcter vom K\u00f6lner Stift Maria im&nbsp; Kapitol. <\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">1320 wurde Ritter Kuno auf Grund eines Schiedspruchs des Grafen Gerhard von J\u00fclich Pfandinhaber und Amtmann der Stadt und der Burg Br\u00fchl. Er war dann 1323 als Schiedsrichter zwischen der Stadt K\u00f6ln und dem Erzbischof und 1329 am Schlichtungsvertrag zwischen dem Erzbischof Heinrich und der Stadt K\u00f6ln beteiligt. In einer sp\u00e4teren Urkunde wird Ritter Kuno mit dem Herzog von J\u00fclich und weiteren Rittern, \u201eGetreue der K\u00f6lnischen Kirche\u201c genannt. <\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">Der K\u00f6lner Erzbischof Konrad von Are-Hochstaden (1238 &#8211; 1261) hatte den Fischenicher Rittern gestattet, auf dem Kreuzberg eine feste Burg zu errichten und unter\u00adst\u00fctzte den Bau auch finanziell. 1343 erbaute Kuno von Vischenich dann die Burg Kreuzberg im gleichnamigen Ortsteil von Altenahr in Rheinland-Pfalz. Dazu bedurfte es der Baugenehmigung&nbsp; des damaligen K\u00f6lner Erzbischofs Walram von J\u00fclich (1332 &#8211; 1349), dem auch die benachbarte Burg Are geh\u00f6rte. <\/span><\/p>\n<p class=\"1-Flietext\" style=\"text-indent: 0cm;\"><span style=\"font-size: 10pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: windowtext;\">Ritter Kuno machte die Burg zum Offenhaus der K\u00f6lner Erzbisch\u00f6fe und starb im gleichen Jahr (April 1343). Nach seinem Tod ging Burg Kreuzberg an seine Witwe Guda, die sp\u00e4ter Konrad von Sch\u00f6neck heiratete und damit den Besitz an seine Familie brachte. Die Besitzverh\u00e4ltnisse wechselten mehrfach. 1686 zerst\u00f6rten Franzosen die Burg im Zuge des pf\u00e4lzischen Erbfolgekrieges. Die heutige Burg wurde an gleicher Stelle um 1760 neu errichtet und befindet sich seit 1820 im Privatbesitz der Frei\u00adherren\u00adfamilie von Boeselager. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"margin-right: 5px;\" title=\"Burgruine \" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.blau-weiss-fischenich.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Burgruine-2-150x150.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"Burgruine Fischenich\" width=\"150\" height=\"150\"><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Sohn Kuno heiratete Gutgin von Binsfeld. Sie hatten f\u00fcnf Kinder, von denen Conrad von Vischenich 1371 mit Fischenich belehnt wurde. Sp\u00e4tere Nachkommen wurden Raubritter, die w\u00e4hrend und nach den Wirren der Soester Fehde 1444\/49 die Stra\u00dfen nach Bonn, Z\u00fclpich und&nbsp; Aachen unsicher machten und die Kaufleute auspl\u00fcnderten. Nach dem Aussterben der Herren von Fischenich im 16. Jh. wechselte die Burg mehrmals ihren Besitzer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Das Bauerndorf Fischenich und auch die Burg haben in vielen Kriegen und kriegerischen Aus\u00adeinander\u00adsetzungen sehr gelitten und wurden gegen Ende des 16. Jh. durch pfalzgr\u00e4fische und bayrische (1581, 1585), dann durch truchsessische (1584 und 1588), spanische (1589), holl\u00e4ndische (1591) und Neusser und Moerser (1595) Truppen ausgepl\u00fcndert und gebrandschatzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Au\u00dfer der Ortslage war auch die strategische St\u00e4rke der Burg das Schicksal von Fischenich. Die Vorburg wurde mehrfach&nbsp; gepl\u00fcndert, niedergebrannt und wieder neu errichtet. Dies sowie Truppenquartierungen hatten die Burgherren finanziell ruiniert und die Burg musste verkauft werden. 1626 wurde der Wohnsitz in der Hauptburg aufgegeben und in die Vorburg verlegt. Seitdem war die Hauptburg dem Verfall preisgegeben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Die Vorburg wurde weiterhin wie ein landwirtschaftlicher Betrieb genutzt, die Geb\u00e4ude mehrmals um- und ausgebaut. 1907 erwarben die Cellitin-nen die gesamte Burganlage. Sie errichteten dort ein Kloster sowie eine Hand\u00adarbeitsschule und einen Kindergarten. 1915 bauten sie auf dem Grund\u00adst\u00fcck ein Altenheim. Alle Geb\u00e4ude wurden 1981 abgerissen. Dort befindet sich heute eine Reihenhaussiedlung.en<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Die heutige Burgruine zwischen Gennerstra\u00dfe, Jakobstra\u00dfe und Augustinerstra\u00dfe gilt als eine der \u00e4ltesten noch erhaltenen Burganlagen im Vorgebirge zwischen K\u00f6ln und Bonn. Sie ist damit eines der wichtigsten Zeugnisse hochmittelalterlichen Burgenbaus im Rheinland.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Aus dem 12.\/13. Jahrhundert stammt auch das \u00fcber 700 Jahre alte Fischenicher Wappen. Es besteht aus drei Teilen: dem Wappenschild, dar\u00fcber ein stilisierter Ritterhelm und als Helmzier ein Jagdhund mit Decke. Das Wappenschild zeigt in Silber einen schwarzen Balken, dar\u00fcber einen schwarzen Fisch. \u00dcber dem Helm ist ein rotbezungter Hundekopf mit schwarz-silberner Decke und schwarzem Halsband abgebildet. Die heute von der KG Blau-Wei\u00df Fischenich sowie meist verwendete Darstellung stammt aus dem Buch von Clemens Klug \u201eH\u00fcrth \u2013 Wie es war, wie es wurde\u201c, Robert Steimel Verlag, K\u00f6ln, 1961.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Durch die Ruine der Fischenicher Burg, aber auch durch das alte Wappen und \u201eRitter Kuno\u201c, das sympathische Vereinsmaskottchen der Fischenicher Blau-Wei\u00dfen, bleibt die&nbsp; Erinnerung an die wechselvolle Geschichte des Bauerndorfes Fischenich am Rande der K\u00f6lner Bucht und an ein fr\u00fcher einmal bedeutsames Rittergeschlecht, dessen Bl\u00fctezeit nun schon \u00fcber 700 Jahre her ist, im Bewusstsein unserer Zeit lebendig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Helmut G\u00f6rtz<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em><strong>Quellen:<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>Eric Barthelemy &#8211; H\u00fcrther Beitr\u00e4ge 95: Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Burg Fischenich; Robert W. Rosellen &#8211; Geschichte der Pfarreien des Dekanates Br\u00fchl; LVR, KuLaDig &#8220;Burg Kreuzberg&#8221;; Wikepedia: &#8220;Burg Kreuzberg&#8221;.<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das lustige Vereinsmaskottchen der KG Blau-Wei\u00df Fischenich von 1957 e.V. hei\u00dft nicht von ungef\u00e4hr \u201eRitter Kuno\u201c. Einen Ritter \u201eKuno von Vyskenich\u201c gab es in H\u00fcrth-Fischenich tats\u00e4chlich. Er wurde 1302 erstmals urkundlich erw\u00e4hnt und starb 1343. 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