1957 – Es begann in einer Backstube
Am 19. März 1957, während der Namenstagsfeier von Josef Dresen in dessen Backstube, entstand bei einigen jungen, karnevalsbegeisterten Sängern die Idee, in Fischenich einen eigenen Karnevalsverein zu gründen.
Nur wenige Monate später wurde aus der Idee Wirklichkeit: Am Pfingstmontag 1957 gründeten 25 Fischenicher im Haus Hülsenbusch, dem heutigen „Fischenicher Hof“, die „Karnevalsgesellschaft Husaren Blau-Weiß Fischenich“ und gaben sich eine eigene Satzung. Zum ersten Vorsitzenden wurde Leo Schnorrenberg gewählt.
Bereits bei der ersten Sitzung zum Elften im Elften präsentierte Präsident Heinz Krohm im voll besetzten Saal Hülsenbusch das neu gegründete Tanzcorps. Mit dabei waren die beiden Tanzpaare Marianne Hülzer und Heinz Klein sowie Helga Oebels und Mathias Jüssen. Trainer und Choreograf war der legendäre Ballettmeister Peter Schnitzler.
Auch musikalisch startete der junge Verein mit Unterstützung aus dem Ort: Der MGV Fischenich stellte 300 DM als Startkapital für die Anschaffung der Husarenuniformen zur Verfügung. Das Darlehen wurde anschließend durch Auftritte zurückgezahlt.
Lest hier unsere Gründungsgeschichte
1958 –https://www.blau-weiss-fischenich.de/die-grundungsgeschichte/ Aus den ersten Tönen wird Tradition
Die großen Erfolge des Tanzcorps in der ersten Karnevalssession machten Mut. Schon 1958 beschloss der Verein deshalb, ein eigenes Fanfarencorps aufzubauen.
Seinen ersten Auftritt hatte es am 11. November 1958 bei Franz Dresen in Eitdorf – mit sechs Bläsern und einem Trommler. Ausgebildet wurden die Musiker von dem Trompeter Josef Behrend.
Das Fanfarencorps überzeugte bei zahlreichen Wettstreiten mit starken musikalischen Leistungen und gewann viele erste Preise. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahre das heutige große Blasorchester.
1966 – Das Musikfest nimmt seinen Anfang
Auf der Frühkirmes 1966 lud die KG erstmals zu einem „Freundschaftstreffen für Tambour- und Fanfarencorps“ ein. Damit war der Grundstein für eine Veranstaltung gelegt, die sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil des Fischenicher Vereinslebens entwickeln sollte.
1967 – Zehn Jahre KG Blau-Weiß
Zum zehnjährigen Bestehen wurde das Freundschaftstreffen bereits mit elf Vereinen gefeiert. Niemand konnte damals ahnen, welche Entwicklung daraus entstehen würde: Aus den kleinen Anfängen sollte eines der größten Volksfeste der Region hervorgehen – das Musikfest in Fischenich.
Auch der Verein selbst wuchs kräftig und zählte inzwischen 111 Mitglieder.
1968 – Frauen erobern den Karnevalszug
1968 beteiligten sich erstmals die Frauen der aktiven Vereinsmitglieder am Fischenicher Karnevalszug. Als „Hänneschen und Bärbelchen“ sorgten sie mit einer eigenen Fußgruppe für Aufmerksamkeit.
1971 – Premiere für das Fischenicher Dreigestirn
Ein besonderer Höhepunkt folgte 1971: Erstmals stellte die KG das Fischenicher Dreigestirn. Prinz Toni I. (Meyer), Bauer Heinz-Peter Breuer und Jungfrau Theodora (Theo) Schleifer repräsentierten den Fischenicher Karneval.
Zu ihren Ehren nahm der im selben Jahr von den Musikerfrauen gegründete Damenkegelclub „Ren en de Kall“ als mittelalterliche „Hofdamen“ am Karnevalszug teil.
1973 – Ein Verein im Wandel
1973 begann ein wichtiger struktureller Wandel. Aus der ursprünglichen Männertruppe mit Tanzpaar entwickelte sich zunächst ein gemischtes und später fast ausschließlich aus Damen bestehendes Tanzcorps.
Auch äußerlich veränderte sich die KG: Die Husarenuniformen wurden eingemottet – vor allem, weil sie im Sommer unpraktisch und unbequem waren. Gleichzeitig wurde der Vereinsname in „KG Blau-Weiß Fischenich“ geändert.
Im selben Jahr fiel außerdem eine weitreichende musikalische Entscheidung: Aus dem Fanfarencorps mit seinen reinen Naturinstrumenten sollte ein sinfonisches Blasorchester entstehen. Der Weg dorthin war anspruchsvoll, eröffnete dem Verein später jedoch vielfältige musikalische Möglichkeiten.
Die Leitung und Probenarbeit übernahm für fast drei Jahrzehnte Franz Außem.
Schon in der Session 1973/74 wurde das Tanz- und Musikcorps der KG bei zahlreichen Karnevalsveranstaltungen in der gesamten Region zu einer echten Attraktion.
1974 – Das Musikfest wird zur festen Größe
Der wachsende Erfolg führte dazu, dass der Vorstand das Musikfest ab 1974 jährlich veranstaltete. Zuvor hatte es im Zwei-Jahres-Rhythmus stattgefunden.
1976 – Der Senat entsteht
Mit dem wachsenden Musikfest und zahlreichen weiteren Veranstaltungen stiegen auch die organisatorischen und handwerklichen Aufgaben rund um den Verein.
Für Musiker und Tänzer war es zunehmend schwierig, diese Aufgaben zusätzlich zu Proben und Auftritten zu bewältigen. Immer häufiger packten deshalb engagierte inaktive Mitglieder mit an und brachten ihr Können und ihre Erfahrung ein.
1976 wurde dieser Einsatz mit der Gründung des Senats auf eine neue Grundlage gestellt. Aus den „inaktiven Aktiven“ wurden nun offiziell aktive Mitglieder – und bis heute unterstützt der Senat den Verein mit Rat, Tat und viel Engagement.
Ebenfalls ab 1976 unternahm die KG regelmäßig mehrtägige Konzertreisen. Ziele waren die Hürther Partnerstädte und zahlreiche Regionen Deutschlands. Neben den Musikern waren auch ihre Partner und weitere Vereinsangehörige dabei.
Zum ersten Mal wurde das Musikfest außerdem offiziell durch den Hürther Bürgermeister mit einem Fassanstich eröffnet. Diese Tradition wurde 2008 beendet.
1979 – Nachwuchs und Bigband
1979 wurde das Jugendfanfarencorps in ein Jugendblasorchester umgewandelt. Die Leitung blieb bei Johannes Außem.
Im selben Jahr gründeten mehrere Mitglieder des Blasorchesters gemeinsam mit Freunden erstmals eine Bigband und traten damit beim Musikfest in Fischenich auf. Später erhielt die Formation den Namen „Blue Note“.
1981 – Das Blasorchester wird Sitzungskapelle
1981 stand das Blasorchester erstmals als Sitzungskapelle bei den vier Prunksitzungen der Großen Knapsacker KG im Feierabendhaus in Hürth-Knapsack auf der Bühne. Später kam noch eine fünfte Sitzung als Damensitzung hinzu.
Mit seiner Routine, musikalischen Qualität und Schlagfertigkeit entwickelte sich das Orchester zu einer beliebten und geschätzten Sitzungskapelle – bei Künstlern, Tanzgruppen, Publikum und Veranstaltern gleichermaßen.
1985 – Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt
Am 9. November 1985 feierte das neue Kindertanzcorps der KG seine Premiere. Neun Mädchen und vier Jungen standen beim ersten Auftritt auf der Bühne. Die Leitung übernahm Doris Buschke.
Die Nachwuchsgruppe wuchs in den folgenden Jahren so stark, dass sie später in ein Kinder- und ein Jugendtanzcorps aufgeteilt wurde.
Auch musikalisch wurde die Nachwuchsarbeit weiter ausgebaut: Im Juli gründete die KG eine eigene Musikschule. Die Leitung übernahm zunächst Franz Außem, später der Trompeter Dietmar Welter, der zugleich das Jugendblasorchester leitete.
1989 – Gemeinsam unterwegs
1989 startete die KG erstmals unter der Leitung von Johannes Außem eine dreiwöchige Ferienmaßnahme für Kinder und Jugendliche nach Rodeneck in Südtirol. Dieser ersten Reise sollten noch viele weitere folgen.
1990 – Neues Erscheinungsbild und neue Konzerttradition
1990 erhielten Musiker und Tänzer ihre bis heute prägenden blau-weiß-roten Uniformen im Stil einer ländlich-festlichen Bauerntracht. Entworfen wurden sie von einer WDR-Kostümbildnerin und exklusiv von einer renommierten süddeutschen Uniformfabrik für die KG gefertigt.
Im selben Jahr gab das Blasorchester erstmals ein Weihnachtskonzert in der katholischen Pfarrkirche St. Martinus in Fischenich. Mit Advents- und Weihnachtsmelodien aus aller Welt entstand damit eine Konzerttradition, die das Vereinsleben bis heute bereichert.
1991 – Das Haus Hülsenbusch kehrt zurück
1991 erwarb das Ehepaar Pütz das traditionsreiche Haus Hülsenbusch – den gesellschaftlichen Mittelpunkt Fischenichs mit Gaststätte, Saal und Sängerheim und zugleich Heimat zahlreicher Ortsvereine.
Die historischen Gebäude wurden mit erheblichem finanziellen Aufwand restauriert.
1993 – Ein Jahr voller Höhepunkte
1993 wurde das Blasorchester gemeinsam mit Franz Außem für herausragende kulturelle Leistungen mit dem Kulturpreis der Stadt Hürth ausgezeichnet.
Im selben Jahr feierte die KG mit mehr als 12.000 Besucherinnen und Besuchern das 25. Musikfest in Fischenich. Das große Platzkonzert mit dem Rheinbraunorchester und dem niederländischen „Trompettercorps der Kavallerie“ wurde sogar vom WDR aufgezeichnet.
Auch musikalisch schrieb die KG Geschichte: Die erste CD „Kölsche Tön – Met Trööte un Trommele“ wurde im Knapsacker Feierabendhaus produziert. Sie enthielt Märsche der Kölner Traditionscorps sowie beliebte Karnevalsmelodien, allesamt von Franz Außem arrangiert. Einige Titel waren später während der Karnevalszeit regelmäßig im WDR zu hören.
Ein ganz besonderer Höhepunkt war die Reise in die USA und nach Kanada: Insgesamt 92 Musiker, Vereinsmitglieder und Partner nahmen an den Steubenparaden in New York und Philadelphia teil.
Die Fischenicher Blau-Weißen gestalteten sogar einen Festgottesdienst in der berühmten St. Patrick’s Cathedral in New York und traten bei einem Oktoberfest in New Jersey auf. Die zwölftägige Reise führte außerdem nach Washington D.C., Toronto und zu den Niagarafällen.
2001 – Weihnachtliche Klänge auf CD
2001 nahm das Blasorchester die CD „Fröhliche Weihnacht“ mit den schönsten Weihnachtsmelodien aus aller Welt im Schützenhaus der Heider Schützen auf.
Gleichzeitig musste der Verein einen schweren Rückschlag verkraften: Das Haus Hülsenbusch geriet unter Zwangsverwaltung und wurde geschlossen. Damit verloren die Vereine einen wichtigen Treffpunkt und mussten für Proben und Veranstaltungen in die Nachbarorte ausweichen – ein tiefer Einschnitt für das einst so gesellige Dorfleben in Fischenich.
2002 – Ein Generationenwechsel am Dirigentenpult
Nach 29 Jahren ging 2002 eine große Ära zu Ende. Franz Außem hatte das ehemalige Fanfarencorps mit Geduld, musikalischem Verständnis und umfassendem Fachwissen zu einem weithin anerkannten Blasorchester entwickelt und zahlreiche Werke arrangiert.
Nach einem kurzen Gastspiel des Solotrompeters Peter Züll übernahm Gerd Außem die Leitung. Der studierte Tubist war an der Musikhochschule Düsseldorf ausgebildet worden und beim Musikkorps der Bundeswehr tätig. Als Neffe von Franz Außem setzte er die musikalische Familientradition fort.
Franz Außem blieb dem Orchester weiterhin als Waldhornspieler und Arrangeur verbunden.
2004 – Ein schwerer Rückschlag
35-mal hatte die KG ihr großes Musikfest auf dem Schulhof der Katholischen Grundschule veranstaltet. 2004 kam dann der unerwartete Einschnitt: Wegen umfangreicher Um- und Erweiterungsmaßnahmen musste das Musikfest trotz vorheriger Zusagen der Verwaltung kurzfristig abgesagt werden.
Zusätzlich verlor die KG den Schul-Pavillon, der viele Jahre als Probenraum, Versammlungsstätte, Feierlokal sowie als Uniform- und Materiallager gedient hatte.
2005 – Der Fischenicher Hof
Ein Jahr später gab es wieder Grund zur Hoffnung: Josef Langen erwarb das Haus Hülsenbusch und gab ihm den Namen „Fischenicher Hof“.
Gemeinsam mit der Stadt Hürth und der Dorfgemeinschaft Fischenich wurde ein Vertrag geschlossen, der den örtlichen Vereinen die Nutzung des Saales und des Sängerheimes ermöglichen sollte.
2007 – 50 Jahre KG Blau-Weiß Fischenich
2007 wurde groß gefeiert: Die KG Blau-Weiß Fischenich blickte auf 50 Jahre Vereinsgeschichte zurück und war inzwischen auf 270 Mitglieder angewachsen.
Zu den besonderen Jubiläumsauftritten gehörte das „Traditions-Fanfarencorps“. Dafür hatten sich ehemalige Musiker unter der Leitung von Johannes Außem eigens zum Vereinsjubiläum wieder zusammengefunden.
2009 – 40 Jahre Musikfest und ein schwerer Verlust
2009 konnte die KG das 40. Musikfest in Fischenich feiern. Was 1966 als kleines Freundschaftstreffen begonnen hatte, war längst zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte geworden.
Von 1966 bis 2008 waren insgesamt 885 Musikgruppen in Fischenich zu Gast – darunter Militärkapellen aus Amerika, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland, Polizei- und Werksorchester, Bigbands, Tambour- und Fanfarencorps, Musikvereine aus zahlreichen Regionen Deutschlands sowie Musik- und Tanzgruppen aus Hürther Partnerstädten. Dazu kamen Dudelsackspieler, Jagdhorn- und Alphornbläser, Steelbands, Coverbands, Jazzformationen, Akkordeonorchester, Chöre, Sänger und bekannte Kölner Mundartgruppen von Bläck Fööss bis Brings.
Insgesamt musizierten, sangen und tanzten rund 27.000 Musikerinnen und Musiker in Fischenich. Mehr als 205.000 Besucherinnen und Besucher erlebten zwischen 1966 und 2008 die Musikfeste und ihre besondere, gemütliche Atmosphäre.
Doch 2009 brachte auch einen der schwersten Momente der Vereinsgeschichte: In der Nacht zum 11. August brannten in Hürth-Fischenich große Teile eines ehemaligen Bauernhofes mit Golfanlage und Gastronomie nieder. Dabei wurde auch das gesamte Lager der KG Blau-Weiß Fischenich im Dachgeschoss zerstört.
Mit den Flammen gingen zahlreiche unersetzliche Erinnerungsstücke verloren – darunter die Gründungsfahne von 1957, Pokale, Urkunden, Akten und historische Uniformen. Auch Instrumente, Noten, Mischpulte, Beschallungsanlagen, aktuelle Uniformen der Musik- und Tanzgruppen sowie das komplette Inventar des Musikfestes wurden vernichtet.
Die Polizei vermutete Brandstiftung. Der oder die Täter wurden nie gefasst.
2010 – 20 Jahre Weihnachtskonzert
2010 lud das Blasorchester bereits zum 20. Mal zum Weihnachtskonzert in die katholische Pfarrkirche St. Martinus in Fischenich ein.
Die regelmäßigen Konzerte mit Advents- und Weihnachtsmelodien aus aller Welt hatten sich längst zu einer beliebten Tradition entwickelt und lockten Jahr für Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
2011 – Musik verbindet
Beim Partnerschaftstreffen „Hürth International“ wurde die Verbindung zwischen Hürth und der niederländischen Partnerstadt Spijkenisse auch musikalisch sichtbar: Gemeinsam musizierten TOGIDO Spijkenisse und das Blasorchester der KG Blau-Weiß Fischenich. Ein schönes Zeichen dafür, dass Musik Grenzen überwindet und Menschen miteinander verbindet.
2012 – Sieben Sitzungen und ein Jubiläum
In der Karnevalssession 2012 war unser Blasorchester gleich bei sieben Sitzungen als schlagfertige und routinierte Sitzungskapelle im Einsatz.
Auch in der niederländischen Partnerstadt Spijkenisse sorgten die Fischenicher Musiker für Stimmung und begeisterten ihre Gastgeber bei einem Platzkonzert.
Im August erschien außerdem die 25. Ausgabe unserer Husarenpost – ein Vierteljahrhundert Vereinsnachrichten und Erinnerungen.
2013 – Wechsel an der Vereinsspitze
Nach vier Jahren im Amt stellte sich Helmut Zopes aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht erneut zur Wahl. Zu seinem Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Michael Mehl gewählt.
Beim 44. Musikfest gab es wieder musikalische Höhepunkte: Unter anderem sorgte die bayerische Musikkapelle aus Niederaudorf für zünftige Klänge, während die HCC-Bigband mit ihrem Programm begeisterte.
2014 – Benefiz, Paveier und neue Wege
Das Blasorchester überzeugte beim Karnevalistischen Benefizkonzert im Feierabendhaus.
Beim 45. Musikfest hatten Sven Welter und die Paveier sichtlich viel Spaß miteinander. Trotz großer LED-Videowand blieb der Besucherandrang allerdings hinter den Erwartungen zurück – möglicherweise auch bedingt durch die Fußball-Weltmeisterschaft.
Musikalisch ging es für das Blasorchester außerdem auf Konzertreise nach Niederaudorf im bayerischen Inntal.
Und auch innerhalb der Vereinsfamilie entstand etwas Neues: Die Gruppe „Kunos Freunde“ wurde gegründet.
2015 – Abschied vom Fischenicher Hof?
Am 4. September öffnete Wirt Josef Langen den Fischenicher Hof, das frühere Haus Hülsenbusch, zum letzten Mal. Er suchte einen Nachfolger – und damit wurde die Zukunft dieses wichtigen gesellschaftlichen und kulturellen Mittelpunktes unseres Dorfes plötzlich ungewiss.
Ein besonderer musikalischer Meilenstein konnte dennoch gefeiert werden: In der frisch renovierten Fischenicher Pfarrkirche gab das Blasorchester bereits sein 25. Weihnachtskonzert.
2016 – Musik im Park statt Musikfest
Eine Ära ging zu Ende: Ab 2016 sollte es kein Musikfest mehr geben. Die Besucherzahlen waren zuletzt hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und trotz des großen Einsatzes der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ließ sich die Veranstaltung wirtschaftlich nicht mehr darstellen.
Doch den Kopf in den Sand stecken? Das kam für die KG nicht infrage!
Stattdessen entstand eine neue Idee: Im August wurde auf dem schönen Rosellenplatz mit seinen mächtigen Platanen erstmals die neue Veranstaltungsreihe „Musik im Park“ gefeiert.
Und der Neustart gelang: Das neue Fest wurde auf Anhieb ein großer Erfolg.
2017 – 60 Jahre Blau-Weiß
40 Jahre zuvor, 1977, hatte unser Blasorchester erstmals beim Prinzenempfang gespielt. Zum 40-jährigen Jubiläum dieses Auftritts ehrte der Bürgermeister unsere Musiker 2017 mit dem Bürgermeisterorden.
Doch es gab noch viel mehr zu feiern: Die KG Blau-Weiß Fischenich blickte auf 60 Jahre Vereinsgeschichte zurück.
Zum Jubiläum stellte die KG mit Prinz Olli II. (Oliver Schmitz), Bauer Sascha (Sascha Meerkamp) und Jungfrau Anni (Andreas Rode) das Jubiläumsdreigestirn.
Das Jubiläumsjahr wurde im Feierabendhaus mit einem Karnevalistischen Benefizkonzert und einem festlichen Festkommers mit zahlreichen Gästen gebührend gefeiert.
Auch „Musik im Park“ entwickelte sich weiter: Mit einem gelungenen klassischen Abend startete die Veranstaltung in ihre nächste Runde.
2018 – Rote Funken, Rosenmontag und ein erster Preis
Ein ganz besonderer Auftritt führte unser Blasorchester 2018 erstmals zum Kölner Rosenmontagszug. In den Uniformen der Kölner Roten Funken marschierten die Fischenicher Musiker mit und wurden von Moderator Wicky Junggeburth mit viel Lob bedacht.
Auch in Fischenich gab es Grund zum Feiern: Unsere Fußgruppe nahm in diesem Jahr bereits zum 50. Mal am Karnevalszug teil.
Musikalisch konnte das Blasorchester ebenfalls einen großen Erfolg verbuchen: Beim Musikwettbewerb „Ein Lied für Hürth“ gewann es den 1. Preis.
Das erfolgreiche Lied im Bigband-Stil stammte aus den eigenen Reihen: Armin Brückmann, Posaunist und Keyboarder des Blasorchesters, hatte es getextet und komponiert.
2019 – Musik im Park und ein Wechsel am Steuer
Zum vierten Mal hieß es „Musik im Park“. Auch der katholische Festgottesdienst fand großen Anklang. Besonders viel Beifall erhielt die fröhlich-nachdenkliche Predigt von Pfarrer Heribert Müller.
Eine weitere schöne Tradition wurde fortgesetzt: Bereits seit 2013 und auch 2019 eröffnete unser Blasorchester die Hänneschenkirmes auf dem Kölner Eisenmarkt mit einem Platzkonzert.
Auch an der Spitze der KG gab es einen Wechsel: Michael Mehl wurde nach seiner Amtszeit mit viel Beifall verabschiedet. Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Dirk Schwalbach – der neue Kapitän auf dem Vereinsschiff.
2020 – Plötzlich ist alles anders
Das Jahr begann noch ganz im Zeichen des Vereinslebens: Die Karnevalssitzungen in Knapsack und Wesseling, die Auftritte unserer Tanzgruppen, der Prinzenempfang, die kölsche Messe, die Karnevalszüge und auch das Fischessen konnten noch stattfinden.
Und dann war plötzlich Schluss.
Corona hatte unser Land im Griff. Alle weiteren Termine und Veranstaltungen mussten abgesagt werden.
Auch das 30. Weihnachtskonzert sollte zunächst unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen im Bürgerhaus der Stadt Hürth stattfinden. Doch letztlich musste auch dieses Konzert abgesagt werden.
2021 – Durchhalten und nach vorne schauen
Auch 2021 bestimmte die Pandemie weiterhin das Vereinsleben. Unser Land kämpfte mit teilweise harten Maßnahmen gegen das Virus.
Unser 1. Vorsitzender Dirk Schwalbach machte Mut und gab die Zuversicht weiter, dass auch diese schwierige Zeit gemeinsam überstanden werden kann.
Zum 65-jährigen Bestehen unserer Gesellschaft wurde am 6. November 2021 im Bürgerhaus Prinzessin Waltraud I. (Meyer) proklamiert.
Für einen festlichen Rahmen sorgte unser Blasorchester als Sitzungskapelle. Das Kinder- und Jugendtanzcorps gratulierte mit seinen Tänzen, sowie auch noch namhafte Kräfte des Kölner Karnevals, wie De Höppemötzjer, Et Klimpermännche, Willibert Pauels, Wicky Junggeburth, Kempes Feines, die KG Treuer Husar Blau-Gelb Köln u.a
2022 – Ein Jahr voller besonderer Momente
Die Husarenpost erschien zum 50. Mal – als große Jubiläumsausgabe.
Auch Solidarität wurde großgeschrieben: Das Blasorchester Altenahr hatte bei der Flutkatastrophe 2021 innerhalb einer Nacht alles verloren. Die KG Blau-Weiß Fischenich unterstützte die Musiker mit einem Spendenscheck über 2.250 Euro.
Beim Pfarrfest in Fischenich kam es zu einer musikalischen Weltpremiere: Das eigens für uns komponierte Stück „Free“ für Didgeridoo und Blasorchester von Matthias Heßeler wurde erstmals aufgeführt.
Nach zweijähriger Corona-Pause kehrte auch „Musik im Park“ zurück. Am zweiten Tag begann das Fest mit einem ebenso nachdenklichen wie fröhlichen Gottesdienst, den Diakon und Büttenredner Willibert Pauels leitete.
Am Elften im Elften 2022 stand unser Blasorchester schließlich im großen Sendesaal des WDR auf der Bühne. Der Auftritt wurde live im Stream übertragen.
Und auch die Weihnachtskonzert-Tradition lebte wieder auf: Das 30. Weihnachtskonzert war sehr gut besucht.
2023 – Der Neustart nach Corona
Im Januar 2023 begann nach der langen Corona-Pause endgültig der Neustart des Vereinslebens. Mit einer Ordensverleihung für unsere Prinzessin Waltraud I., der kölschen Messe, dem Prinzenempfang und dem Karnevalszug erlebten Prinzessin und Gefolge, Blasorchester, Kinder- und Jugendtanzcorps sowie unsere Fußgruppe eine echte emotionale Achterbahn.
Auch abseits des Karnevals kehrte das Vereinsleben zurück: Wir feierten unseren Familientag, während der Senat sein traditionelles Bratkartoffelfest veranstaltete.
Bei „Musik im Park“ gab es mehr als zehn Stunden Livemusik – unter anderem auch mit dem Blasorchester Altenahr.
Den musikalischen Jahresabschluss bildete das 31. Weihnachtskonzert. Das Urteil einer Besucherin brachte die Stimmung treffend auf den Punkt: „Zum Weinen schön.“
2024 – Zwischen Karneval und Sommernacht
Bereits am 12. Februar wurde 2024 Rosenmontag gefeiert. Während noch die Proben für das Weihnachtskonzert liefen, wurde parallel bereits für die fünf Sitzungen im Feierabendhaus geprobt – im Vereinsleben gibt es eben kaum eine echte Pause.
Auch beim Rosenmontagszug war unser Blasorchester wieder in den Uniformen der Roten Funken dabei.
Bei „Musik im Park“ sorgte schließlich ein besonderer musikalischer Abschluss für einen würdevollen Höhepunkt: Das Fest endete mit dem Großen Zapfenstreich.
2025 – Neue Impulse für die Vereinsfamilie
Bei der kölschen Messe durfte unser Kinder- und Jugendtanzcorps in der Kirche tanzen.
Bei „Musik im Park“ sorgten unser Blasorchester und Dudelsackspieler Martin Frings im Schein der Pechfackeln für einen besonderen Abschluss. Gemeinsam erklangen unter anderem „Amazing Grace“ und „Highland Cathedral“ – ein Stück, das viele auch in der kölschen Version „Du bes die Stadt“ der Bläck Fööss kennen.
Auch im Senat wurde Vereinsgeschichte geschrieben: Jana Schwalbach übernahm als erste Frau das Amt der Senatspräsidentin.
Und die Vereinsfamilie bekam weiteren Zuwachs: Unter dem Motto „Jetzt tanzen wir aus der Reihe“ feierte die neu gegründete Showtanzgruppe ihre Premiere und wurde damit zum neuesten Kind unserer Vereinsfamilie.
Beim 33. Weihnachtskonzert wurde es schließlich richtig eng: Die Kirche war sprichwörtlich bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher mussten sich mit einem Stehplatz begnügen.
2026 – Auf dem Weg zum nächsten Jubiläum
2026 begann mit einem gelungenen karnevalistischen Frühschoppen zum Start des Kartenvorverkaufs für die Proklamation unseres Jubiläumsdreigestirns am 7. November 2026 im Bürgerhaus.
Im Mittelpunkt stehen drei Freunde: Prinz Kai I. (Kai Maiwald), Bauer Michael (Michael Gatzweiler) und Jungfrau Elli (Uwe Außem).
Beim Frühschoppen präsentierte sich die ganze Vereinsfamilie: Unser Blasorchester sorgte für die musikalische Begleitung, das Kinder- und Jugendtanzcorps zeigte sein Können und die neue Showtanzgruppe feierte ihren ersten, viel umjubelten Auftritt mit gleich zwei gelungenen Darbietungen.
Auch unsere Fußgruppe schrieb ihre eigene kleine Erfolgsgeschichte weiter: 2026 nahm sie bereits zum 55. Mal am Fischenicher Karnevalszug teil.
Und auch „Kunos Freunde“ waren unterwegs: Bei einer Trippeltour erkundeten sie das Kölner RheinEnergie-Stadion.
Die Vereinsgeschichte geht damit weiter – mit neuen Ideen, neuen Generationen und derselben Begeisterung, die schon 1957 den Grundstein für die KG Blau-Weiß Fischenich gelegt hat.
